Sonntag, 10. November 2013

REGEN

Es tut mir leid, dass ich mich ewig nicht gemeldet habe, aber ich habe in den letzten Wochen so viel erlebt, dass ich einfach nicht die Zeit gefunden habe.
Heute war echt die Hölle los, wir waren noch bis drei unterwegs, weil ein Freund Geburtsag hatte und als ich um 12 aufstand war alles überschwemmt.

Man hätte wirklich mir einem Boot durch die Stadt padeln können und beinahe wäre das Wasser ins Haus eingetreten, was zum Glück nicht passiert ist.
Aber erstmal zum letzten Mal. Vor drei Wochen(...ja ich kann es auch nicht fassen) war ich mit den anderen Austauschschülern in Salto, bei den Thermen. Am Freitag Morgen stand ich mit meiner Mama am Terminal und es war ein richtig komisches Gefühl meinen Koffer zu packen und meine Familie hier zu verlassen. Ich erinnerte mich, wie ich vor drei Monaten am selben Ort mit dem Bus ankam und mir die Leute und die Häuser unbekannt waren und ich selbst ziemlich nervös und verwirrt war und jetzt hat alles seine Bedeutung bekommen. Es ist komisch, wie schnell man sich an alles gewöhnt und anpasst und wie schnell fremde Leute, einem ans Herz wachsen. Als ich los fuhr ging gerade die Sonne auf und sah meine Stadt in einem anderen Licht. Ich liebe die Landschaft von Uruguay. Man kann geradeaus schauen ohne eine Menschenseele zusehen, außer ein paar Sträuße, Schafe und Kühe und natürlich die Gauchos, die bei dem schönen Sonnenaufgang und auf ihren Pferden, perfekt ins Bild passten. Ich könnte mich ewig an diesem "Nichts" satt sehen.


Als ich dann ankam, war es schön, aber auch komisch, die ganzen anderen wieder zu sehen und gleich darauf fing das Geplappere in spanisch, deutsch und englisch los, bis mir wirklich mein Mund weh tat. Was haben die anderen erlebt? Wie geht es mit ihren Familien? Wo waren sie schon?  Und es tat gut zu hören, dass es eigentlich jedem gut geht, aber auch jeder seine kleinen Problemchen zu tragen hatte. An den Thermen angekommen, ging es dann an Zimmerverteilung und kochen, um daraufhin gleich in die warmen Schwimmbecken zu tauchen, bis wir uns langsam auflösten. In der Nacht hatten wir dann eine kleine Tanzstunde in Salsa und Tango bekommen, was ziemlich witzig war. Der nächste Tag begann leider mit Regen, der aber bald aufhörte. In der Nacht organisierten die Teamer eine Schatzsuche, bei der mein Team ziemlich versagte. Nach einem Abendessen, okay es war 1 Uhr in der Nacht, weil die Hamburger doch länger dauerten, als gedacht, gingen wir noch schwimmen. Es war echt schön in der kalten Nacht im Becken zu sitzen und in die Sterne zu schauen.





Der nächste Tag war leider schon der Abschiedstag, aber fast alle holten sich einen schlimmen Sonnenbrand. Ich auch, was meine Mama, bei meiner Ankunft, mit den Worten:"Ohhh, Mari ist eine Tomate geworden!",kommentierte. Ich hatte wirklich ein super Wochenende und freue mich schon auf die nächste Reise mit YFU, die in La Paloma im Dezember ist und ich freue mich schon auf eine Woche Strand mit supertollen Leuten.


Die letzten zwei Wochen begannen dann die Prüfungen in der Schule, weil das Schuljahr in einer Woche endet und die !!!3-monatigen!!! Sommerferien beginnen. Also hieß es erstmal fast jeden Tag eine Prüfung. Ich schrieb fast alle mit und schnitt gar nicht so schlecht ab. Das letzte Wochenende war Pamelas Geburtstag, der damit endete, dass wir das schlechte Wetter (ihr müsst beachten, dass es wirklich jedes Wochenende regnet, aber unter der Woche solch eine Hitze gibt) hinnahmen und im Regen tanzten :) Am Donnerstag ging ich dann wunderschöne Schuhe kaufen und ging zu einem Geburtstag von einer Klassenkameradin, die mich eingeladen hatte.


Diesen Freitag war der Tanz der Quinceaneras und es war wirklich groß und voll mit Leuten. Ich fühlte mich schon ziemlich anders, weil ich so ziemlich die einzige Blonde war und dann noch ein helles Kleid hatte und ich mich hier wirklich rießig fühle. Wir gingen um 1 Uhr los und warteten bis 2, bis es erst richtig anfing. Es waren wirklich viele Leute, die sich im Rhythmus von Cumbia und Funk bewegten, an die ich mich immernoch gewöhnen muss. Um sechs fing dann einer von der Band an sich mit einem zu prügeln und es begann zu regnen, worauf die Party endete und wir liefen barfüssig im Regen nach Hause, was auch schön war.


Hermanitaaa te amo!


Gestern hatte ein guter Freund Geburtstag und wir gingen was essen und setzten uns an den Platz, bis wir um drei nach Hause gingen, wo noch nichts auf diesen schrecklichen Regen hinwies, der heute herrscht. Außerdem waren wir heute bei meiner Oma essen...wo es natürlich Asado gab!



Ich kann euch nicht sagen, wie gut es mir geht und ich könnte fast heulen, dass schon fast 1/3 vorbei ist. Ich bekomme Angst, dass mir die Zeit, für die Dinge, die ich noch machen möchte, weg fliegt. Aber ich habe hier schon so viel erfahren und erlebt und auch für mich selbst, dass ich diese Zeit mit niemanden tauschen möchte!
Danke nocheimal für das schöne Paket!