Sonntag, 27. April 2014

Karneval


Also nach der Woche in Iguazu hieß es erstmal Stress und zwar 100%er STRESS.
Karneval würde in einer Woche sein und ich hatte noch nichts von meiner Tracht und keine Ahnung von Lied oder überhaupt vom artigensischen Karneval...NICHTS...aber meine Freundin, dessen Eltern im Komitee von der Sambaschule sind, kannte die ganze Aufregung schon und beruhigte mich (sogut das ging).
Ich war jeden Tag von morgens bis abends im Haus von ihr und bastelte an unseren Kostümen. Ich sah viele Kostüme, die noch den letzten Schliff bekammen, Leute die mit Heißklebepistolen Blumen und Glitzerkettchen anklebten und Perücken färbten und Sachen anprobierten. Ich sah 5 Heißklebepistolen, die explodierten und die rießigen Wagen, die durch große Figuren und Türme ihren Stolz und Anmut bekammen.
Und selbst Artigas wurde Karnevalstüchtig gemacht. Die Hauptstraße wurde für die Paraden weiß angemalt und Tribünen hergeholt und es kamen immer mehr Leute aus der ganzen Welt her, nur um sich den Karneval an zu sehen. Ich erkannte mein kleines Städtchen nicht mehr, aber es fühlte sich nach etwas Aufregendem, Großen,...nach KARNEVAL an!
Aber jetzt müsste ich euch erstmal das Prinzip erklären:
Das ganze ist ein Wettbewerb zwischen 4 Sambaschulen, die in die verschiedenen Gebiete in Artigas aufgeteilt sind (füher waren es mal mehr meinte Laura aber jetzt sind nur noch diese vier da) Academicos, Ayui, Rampla und Emperadores, in der ich war. Seit nun acht Jahren gewinnt ununterbrochen Rampla und der Chef, der von allen "Der Dicke von Rampla" genannt wird, wird entweder von den Leuten vergöttert oder verhasst.
Die ganze Feier geht 3 Nächte, in der ersten Nacht am Samstag kamen zuerst wir also Emperadores und Ayui dran und am Sonntag Academicos und Rampla und in der letzten Nacht alle zusammen. Die Parade geht von Platz zu Platz und wird mit dem Lied, der jeweiligen "bateria" der Sambaschule begleitet.
Da ich in der ganzen Woche fast bis in die Nacht arbeitete war ich ziemlich geschafft und müde aber am Freitag davor konnte ich wenigstens die Verkleidungsparty genießen, die ziemlich voll aber echt genial war. Auch kamen meine Cousinen aus Artigas wieder mit denen ich zur Disco ging und die mich schminkten. Ich habe noch nie so viele gute und aufwendige Verkleidungenen gesehen und es war komisch das Leute einen komisch anschauen und Fotos von einem machten.
Eigentlich wollte ich früher gehen,um noch ein bisschen Ruhe zu finden für den nächsten großen Tag. Aber als ich um 7 vom baile nach Hause ging, merkte ich, dass das wohl nicht mehr klappen würde. Nach drei Stunden schlaf duscht ich mich und ging wieder los um noch den letzten Rest an meinem Kostüm zu machen.
In der letzten Stunde wurden wir dank der Hilfe von Laura, Pamela und Renato, die im Rettungseinsatz in das Haus stürmten und sich Heißklebepistolen schnappten und loslegten, doch fertig. Wir zogen uns um, wurden geschminckt und schmierten uns mit Glitzer ein, sodass man keine Haut mehr sah und fuhren mit unseren Federhüten zum Platz, wo es losgehen sollte. Der Platz war richtig voll von Menschen, von Leuten in Kostümen und ohne.
Zum Glück war es nicht zu heiß und zu kalt und es regnete nicht. Man wurde plötzlich mega aufgeregt aber freute sich auf das was passieren würde...ich hatte ja keine Ahnung.
Es begann das Feuerwerk, der Startschuss unserer Parade. Die Bateria fing an ihren Samba zu spielen und man vergaß alles um sich herum. Die Trommel donnerten und man begann das Lied der Sambaschule raus zu brüllen mit einem Lächeln, das selbst von einer zu anderen Wange keinen Platz auf dem Gesicht hatte. Die Leute an den Seiten winkten einen zu, applaudierten und man lief zu einen Seite und zu anderen, tanzte Samba und verbeugte sich. Man war wie in einem Rausch, der nie aufhören sollte, doch der genau 8 Blocks 1 1/2 Stunden ging bis man am anderen Platz ankam, wo einem alles abfiel und man trotz Hunger, Durst oder schmerzenden Füßen glücklich und froh war und am liebsten wieder hochgelaufen wäre um alles noch einmal zu machen.











 Am Sonntag schlief ich erstmal aus und wir aßen bei der Oma, zusammen mit Pamelas Cousine und ihrem Freund, die aus Buenos Aires bei uns waren. Am Abend schauten wir über den Fernseher die Academicos an und gingen mit unserer Nachbarin an den Platz um uns Rampla in life zusehen. Es war schön alles von außen zu betrachten und Rampla war, wie die Jahre davor, echt ziemlich gut.



Am Montag ging ich wieder zu Anghi und wir reparierten die Sachen die kaputt waren. Alles war viel ruhiger als am Samstag davor und man bekam eine Routine. Diesesmal waren wir die letzten, nach den anderen Sambaschulen und das hieß, dass es erst um 4 für uns los ging. Aber das war nicht schlimm man wartete auf dem Platz, schoß Fotos, redeten mit den anderen und genoß den letzten Abend.

Die zweite Nacht war richtig schön, es waren noch mehr Menschen da und viel bessere Stimmung, doch leider ging es dafür noch schneller rum...
Danach duschte ich mich noch und ging mit meinen Cousinen, Pamela und Freunden raus und durch die Stadt um uns von diesem tollen Erlebnis zu verabschieden.






Am Donnerstag danach war "fallo" also die Punktevergabe. Leider wurde wieder Rampla 1. aber auch verdient und wir dritter. Das war also Karneval, auch wenn man es selbst erlebt haben muss um es sich vorzustellen, sei es im Publikum oder sambatanzend in der Straße :)

PS: Lieber deutscher Karneval es tut mir sehr leid aber bei dem ganzen tollen Dingen die ich gesehen habe, kommst du bei weitem nicht an!

Samstag, 26. April 2014

Ich kann es nicht glauben, dass ich euch mehr als 7 Monate nicht mehr gesehen habe;
Nicht mehr mit euch gefeiert, geredet, geweint, gelacht, euch in die Arme genommen habe oder einfach mit euch zu sein um den langweiligen Alltag zu verbringen.
Und ich frage mich, wie ich das nur aushalten konnte. Wie überlebte ich das nur?
Damals klang alles wie eine Ewigkeit...,"wenn ich dann in Urguay bin", "wenn ich dann ein Jahr weg bin" und ehe man sich versieht sind es nurnoch 3 Monate...fast nichts
Aber man lernt damit klar zukommen, ist fasziniert von all den neuen Dingen, Orten und Gesichtern man lernt sich selbst kennen
Aber tief im Herzen merke ich wie sehr ich euch vermisse, dass ich euch brauche, eure Art, eurer Lachen und eure Fehler und dass niemand euch ersetzen kann, denn ihr seid einzigartig...

Die Reise ins Paradies


Halli hallo! Jaja damit melde ich mich mal wieder aus meinem kleinen Abenteuer und kann mich nur damit entschuldigen, dass einfach schon wieder soooo viel passiert ist!
So viel...und da müsst ihr erstmal durch und lesen!


Fangen wir mal damit an, das ich Mitte Februar vom 15.-21.2 mit YFU wieder unterwegs war. Diesmal ging es sogar bis nach Argentinien und Brasilien, genauer nach Iguazu und deren unglaublichen Wasserfälle.
Zuerst hatten wir aber das Wochenende davor unser Mitteljahres- Seminar und es ist echt schwierig zu akzeptiern, dass jetzt schon ein halbes Jahr rum ist und einem so wenig Zeit noch bleibt.
Am Samstag den 15.2 trafen wir uns alle am Terminal und ich war zum Glück nicht einen Tag früher da, wie das letzte mal. Es ist echt unglaublich wie nah man schon mit den anderen Austauschschülern ist, obwohl man sich vielleicht max. 5 Mal im Leben gesehen hat. Gemeinsame Erfahrung verbindet! Die Orientation fand im Departamento Canelones statt und ging 1 1/2 Tage. Wir redeten und sprachen über Sprache, Familie, Freunde und Schule, die ja bald wieder anfangen würde. Es war gut auch mal andere Geschichten zu hören oder mit Leute mit den gleichen Schwierigkeiten oder positiven Erfahrungen zu reden.
Zwischendrin wurde dann gegessen (die Hauptaufgabe eines Austauschschülers), Mate getrunken, gelacht, Gitarre gespielt, und und und...
Außerdem haben wir das Video von unserer Reise nach LaPaloma gesehen, was echt gut geworden ist und wir haben YFU T-Shirts bekommen.



Am Sonntagnachmittag mussten wir uns dann von einem Teil verabschieden, der nicht nach Iguazu fuhr und traten unsere 21 h Busfahrt an!
21 Stunden klingen realtiv lang, aber ich muss gestehen, dass die Zeit mit 40 anderen Austauschschülern wie im Flug vergeht und sogar Spaß macht.
Iguazu liegt an der Grenze von Brasilien, Argentinien und Paraguay wobei die Wasserfälle nur in Barsilien und Argentinien liegen. Unser Hotel lag in der brasilianischen Seite und wir hatten Zweierzimmer und das Hotel hatte einen Pool.
Am Montag, den gleichen Tag unserer Ankunft gingen wir in einen Park, wo man Vögel und andere Tiere bestaunen konnte.
Ich habe noch nie so wunderschöne Tiere gesehen und weil das alles im Dschungel war bekommt man nochmal mehr das einzigartige Feeling von Glück!






Am Dienstag fuhren wir erstmal richtig zu den Wasserfällen, die wir diese zwei Tage von allen Seiten bewundern sollten. Aber zuerst gingen wir in den Dschungel wo wir einen kleinen Wasserfall runterklettern durften und danach wie im Film mit einer Seilbahn durch den Dschungel hoch in den Baumwipfeln fuhren und sich wie Tarzan fühlte.





Danach gingen wir zu den richtigen, riesen Wasserfällen. Zuerst auf die brasilianische Seite und dann den Tag später auf die argentinische und wir hatten echt perfektes Wetter.
Es ist UNGLAUBLICH, man wird magisch angezogen vom Wasser das mit einer Kraft und Energie die Absprünge runterfällt. Man spürt die kleinen Wassertropfen auf seiner Haut und kann seinen Blick nicht von diesem Naturwunder abwenden.









 Am Abend hatten wir dann eine Cenashow wo verschieden Tänze aus Südamerika vorgeführt wurden und dabei das Buffet stürmten, was sehr lecker war.
Danach genossen wir die Nacht noch am Pool.



Am Mittwoch begann der Tag sehr früh. Um halb sieben saßen wir am Frühstück und fuhren gleich zum Dschungel in Iguazu wo wir mit Trucks rumgefuhren wurden und uns ein Guid verschiedene Dinge über das Gebiet erzählte.
 Dann wurden wir ans Wasser gebracht, wo wir mit Schwimmweste auf Boote stiegen und zu den Wasserfällen fuhren. (Zwischendrin mussten wir noch das Boot wechseln und ich will nicht wissen was an unserem ersten nicht in Ordnung war) Wir wurden ganz nah und fast unter die Wasserfälle gebracht und es ist echt ein Erlebnis das ganze Wasser auf einen zukommen zu sehen und platschnass zu werden. Mit nassen Klamotten ging es dann weiter aber da das Wetter perfekt war wurden wir auch gleich wieder trocken. Dann liefen wir zur garganta del Diablo (Teufelsschlund), den Anfang von den Wasserfällen.





 Überall gibt es kleine Regenbogen die direkt vor deiner Nase sind und du fragst dich wo die kleien Kobolde und Einhörner sind die dieses Paradies entstehen lassen.
Am Nachmittag  fuhren wir dann geschafft aber glücklich zum Hotel, wo wir in der Nacht unseren Abschluss der Reise feierten und am nächsten Tag fuhren wir gemütlich wieder 20h nach Uruguay.
In Montevideo mussten wir uns verabschieden und alle fuhren mit ihren Bussen nach Hause. Da mein Bus nach Artigas aber erst in der Nacht fahren würde blieb ich den Tag bei einem anderen Austauschschüler in Montevideo und später dann zu meiner Cousine, die ich endlich mal wieder sah!
Die Reise war so schön und am liebsten will ich wieder zurück!
Gleich gehts weiter mit dem Karneval in Artigas!
Besoooo








"Those who contemplate the beauty of the earth find reserves of strength that will endure as  long as life lasts."